· 

Die Große Göttin und ihr Spiegel

 

Autorin Andrea Sophia Löffler (Auszüge aus dem Buch Mysterium Frau)

Copyright A.S.Löffler

 


Die allumfassende Göttin hat viele Namen und doch ist sie von universeller Einzigartigkeit. Ihre Natur zu leugnen, bedeutet das Leben selbst zu leugnen. Sie ist so heilig, das einst keiner es gewagte, ihren Namen auszusprechen.

 

Ihre wilde Natur wirkt auf uns Menschen sowohl faszinierend, als schrecklich furchterregend zugleich. In jeder Kultur und auf allen Kontinenten war die Göttin mit ihren dunklen und lichten Aspekten im Bewusstsein der Menschen verankert. Sie verstanden sie als die beSEELEnde Kraft von allem was ist.

 

Die Große Göttin hat viele Namen und doch sind es nur ihre Teilaspekte, die genannt wurden, um zu bethen,… Gern erschien sie den Menschen als weiße, rote und dunkle Göttin.

 

Nach altgermanischen Überlieferungen waren die Nornen, die großen Schicksalsgöttinen verantwortlich für ein glückliches und segenreiches Leben. Die Schnitterin Hel(le), die für Fruchtbarkeit Sorgende Frigg und Freya, der jungfräuliche Aspekt.

Cerridwen, Boann und die Jungfrau Brigid bildeten die keltische Trinität

und im Alpenraum waren es die drei Maderl, die als anbethungswürdig galten.

Borbeth, Ambeth und Wilbeth hab´n sie g´heißn.

 

Auch die Hellenen (Griechen), die sich einst den Namen der Großen Hel verliehen, ehrwürdigten Persephone, Demeter und Kore.

 

….. bis diese Göttin-Trinität …vor nicht gar zu lang´ner Zeit… in Vergessenheit geriet.

 

 

Die Göttin im alten Europa

In Urzeiten, als die Menschen ihren Geist aus mündlichen Überlieferungen nährten, war die Göttin ganz, unteilbar und ehrwürdig, gleich, ob sie ihren Menschenkindern Milde oder Strenge zeigte.

 

„Volkssagen und Märchen lassen Frau Holda als ein höheres Wesen auftreten, das den Menschen freundliche, hilfreiche Gesinnung beweist, und nur dann zürnt, wenn es Unordnung im Haushalt wahrnimmt.“

 

(Deutsche Mythologie, von Jacob Grimm)

 

In Europa wird  Frau Holle heute weniger als verehrungswürdige Göttin angesehen, als ein Fantasiegebilde, ein reines Kindermärchen abgetan. Dennoch zeigen sich in den Sagen und Überlieferungen, trotz anstrengender Bemühungen ihrer Tilgung, all die Attribute, die zu der allumfassenden Göttin gehören.

 

Im Märchen lebt sie munter und lebendig weiter. Im Aschenputtel, Frau Holle, Schneewittchen, Dornröschen, Schneeweißchen und Rosenrot, die Gänsemagd, ectera…

 

 

 

Frau Holle schüttelt die Daunen

 

Die Mär beschreibt auf allegorische Weise, wie Heldinnen einen Einweihungsweg nach der alten Göttin-Tradition beschreiten. Mit unlösbar scheinenden Aufgaben, die nur mit magischem Wissen und einem guten Herzen meisterbar sind, erreichen sie die Unsterblichkeit. …

 

...,denn wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

 

Tauben, Schwäne und Gänse, der Bär, das Schwein, die Kuh und das Pferd sind Totemtiere der großen Göttin und zeugen von atlantischer Herkunft. Die Farben rot, weiß und schwarz weisen in den Märchen gerne auf die unterschiedlichen Qualitäten der Großen Göttin hin.

 

Holle ist in den Herzen der Frauen vor allem eine Schutzgöttin und ward´ in der Hochblüte ihrer Verehrung sehr häufig mit weißem Gewand gesehen. Sie soll wunderschön gewesen sein, eine glänzend weiße, schöne Frau mit langen, goldenen Haaren. So schüttelte sie das Federbett und ließ es im Winter schneien. Sie sorgte für die Fruchtbarkeit der Felder ebenso, wie Frauen sie um reichen Kindersegen baten. Am „wilden Stein“ zum Beispiel könnte es so gewesen sein. Weil, das hat jedes Kind gewusst, dass sie einst aus dem Brunnen geholt wurden. Frau Holl oder die Hulde, wie sie gerne genannt wurde, soll eine Riesin mit enormen Kräften gewesen sein.

 

Besonders gerne war Frau Holle an großen Felsen anzufinden oder in den weitläufigen Wäldern der altgermanischen Regionen. In den Mythen wird erzählt, dass sie so viel Land besitzen würde, wie man mit der Haut einer Kuh umspannen könne. In sehr dünnen Streifen geschnitten und aneinandergebunden wurde die Fläche ihres Besitzes beträchtlich groß.

 

 

 

 

Eine alte Hex´ kocht Rüben…

 

Zur Mittagsstund´, einer mystischen Zeit des Übergangs, musste man besonders aufpassen, ihr zu begegnen. Für diesen Fall war es nötig ein kleines Opfer bei sich zu tragen, um das „Wilde Weib“ nicht zu grämen. Huldr, die Zauberin oder Waldfrau kann schön und dann wieder alt und furchterregend sein. (Stone)

 

In der dunklen Zeit fährt sie mit einem Wagen einher. Wie Herke und Bertha auf Weihnachten. Zu dieser Zeit ist ihr Aussehen von hässlicher Gestalt, langnasig und großzahnig. So schwebt sie mit ihrem Gespann durch die Lüfte. Die schlechten Spinnerinnen sollten von der Zauberin Huldra mit ihren verworrnen Rocken und verworrnen Haare verwunschen werden: Wehe, der samstags nicht abspinnt…

 

In Österreich sorgt sie als Percht für Ordnung im Benehmen des Volkes. In Russland und bei den Slawen wiederum, wird sie gerne Baba Jaga oder Baba Roga (die Gehörnte Großmutter) genannt.

 

Von der Zauberkraft der Holden zeugt ein alter Heilsegen meiner Großmutter. Dabei hat sie dreimal die verletzte Stelle gegen den Uhrzeigersinn umkreist und dreimal draufgespuckt und in einer eigentümlichen Tonart gesprochen:

 

„Heile, heile Segen

Drei Tage Regen, drei Tage Schnee,

tut schon nimmer weh.“

 

Spieglein Spieglein an der Wand

Wer ist die Schönste im ganzen Land?

 

Neben den dunklen und lichten Anteilen ist es der rote, der die sexuelle Natur versinnbildlicht. Das Blut der Göttin sorgt nicht nur für den Fortbestand der Menschheit, sondern für die Entwicklung von geistiger Reife.

 

Als Mittlerin zwischen der hellen und der dunklen Seite, dem solaren (geistigen) und lunaren (spirituellen) Prinzip, ist es der rote Aspekt der Göttin, der die sowohl antimateriellen, wie materiellen Qualitäten zu vereinen vermag. Anders formuliert,

 

die Göttin in ihrer Ganzheit ist das Schöpfungsprinzip von allem was ist.

 

Auf Mutter Erde ist es das weibliche Geschlecht, das als der materieller Spiegel der Göttin verstanden werden muss. Frauen, tragen das Gefäß der Göttin inne. Mit ihrem Blut wird die lichte und dunkle Natur des Lebens in seiner Ganzheit fassbar.

 

Vielleicht erahnen Frauen bereits, dass sie diese Kraft in sich tragen und vielleicht rührt sich etwas nicht Bestimmbares in ihren Bäuchen. Manche suchen bereits mit ihren astralen Fühlern....  ganz still und leise.... die mystisch-magische Kraft der Hulden. Wer weiß das schon so genau?

 

Ich lausche.. doch.... es ist zu hören.... ein Raunen und Wispern in den Reihen der Weiber...sie erinnern sich wage…  etwas unruhig, weil sie suchen.. ohne zu wissen was. 

Oder etwa doch?

Ja, da gibt es welche unter ihnen, die ganz bewusst den Zugang zur alten Göttin-Tradition suchen. Sie sehnen sich so sehr danach, einen Einweihungsweg zu beschreiten, wie es in den alten Märchen erzählt wird.

 

Es war einmal eine Königin, die hatte eine Tochter, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz …..

..und dieser Einweihungsweg nach alter Göttin-Tradition ist weiblich. 

Aber das ist eine andere Geschichte.

 

So sei es,

 

Eure Andrea Sophia

 


TERRA MATER 

Eine Begegnung mit der Göttin

 

27. - 28. JULI 2019

 

(Sa: 9:00-17:00 So: 9:00-15:00)

 

Mitten in der Natur nehmen wir Kontakt mit der Ältesten aller Götter auf und begegnen ihr, wie es sich gehört, in einem feierlich-rituellen Rahmen.

 

Seminarort: Mühle in Rechnitz

 

Kursleitung: Fritz Ugrinovits und Andrea Sophia

Kommentar schreiben

Kommentare: 0